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R10 Rutschfestigkeit für SPC-Böden — DIN 51130 / EN 16165 im deutschen Objektbereich
In deutschen Leistungsverzeichnissen für gewerbliche Objekte kann R10 als Anforderung für bestimmte, rutschgefährdete Arbeits- oder Verkehrsbereiche genannt werden. Ob und welche Bewertungsgruppe gilt, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung für den jeweiligen Bereich — nicht aus einer pauschalen Mindestregel. Was das für SPC-Böden konkret bedeutet, und was für Ecoflors SPC nachgewiesen ist.
Direkte Antwort
R10 ist eine Rutschhemmungsklasse nach der Öl-Nass-Schiefeebenen-Methode (heute geregelt in EN 16165 Anhang B; historisch in DIN 51130 geprüft), nicht ein Werkstoffmerkmal, das ein Produkt automatisch “hat”. Für Ecoflors SPC 4,0mm/0,3mm Nutzschicht liegt ein Prüfbericht vor, der R10 bei 12,6° bestätigt (Intertek 220624015SHF-002, geprüft nach DIN 51130:2014). Für andere Konstruktionen liegt aktuell kein Nachweis vor — bei Bedarf bitte anfragen.
Stand September 2026 · DIN 51130:2014 / DIN EN 16165:2023-02 · Allgemeine technische Information, keine bauaufsichtliche Zulassung, keine Rechtsberatung.
Was die Prüfung tatsächlich misst
Die Öl-Nass-Schiefeebene, kurz erklärt
Die Öl-Nass-Schiefeebenen-Methode (“Begehungsverfahren”) misst, ab welchem Neigungswinkel eine Prüfperson auf einer mit Öl benetzten geneigten Ebene noch sicher gehen kann. Je größer der Winkel, desto höher die Rutschhemmungsklasse. Das Ergebnis wird nach EN 16165 Anhang B (bzw. historisch nach DIN 51130) in fünf Klassen eingeteilt, von R9 (am wenigsten rutschhemmend) bis R13 (am stärksten):
Regulatorischer Hintergrund — nicht produktspezifisch, nicht abschließend
Die R-Klassen der Öl-Nass-Schiefeebene
Diese Einteilung stammt aus der Norm selbst und gilt unabhängig vom Bodenbelagshersteller. Sie deckt nur den beschuhten Verkehrsbereich ab.
| Klasse | Gemessener Winkel α |
| R9 | 6° ≤ α ≤ 10° |
| R10 | über 10° bis einschließlich 19° |
| R11 | über 19° bis einschließlich 27° |
| R12 | über 27° bis einschließlich 35° |
| R13 | über 35° |
Welche Klasse für eine konkrete Fläche vorgeschrieben ist, legt die Gefährdungsbeurteilung nach ASR A1.5 (Anhang 2) fest, nicht diese Tabelle allein — nicht gelistete Arbeitsbereiche werden dort in Analogie zur erwarteten Rutschgefahr eingeordnet. Nassbelastete Barfußbereiche (z. B. Schwimmbäder, Duschen) werden über ein eigenes, hiervon unabhängiges A/B/C-System bewertet, nicht über die R-Klassen. Für Flächen mit besonders gleitfördernden Stoffen kann zusätzlich ein Verdrängungsraum (V4–V10) gefordert sein. Beides ist nicht Gegenstand dieser Seite.
Der Nachweis für Ecoflors SPC — an eine Konstruktion gebunden
Für Ecoflors SPC mit 4,0mm Gesamtdicke und 0,3mm Nutzschicht liegt ein Prüfbericht nach DIN 51130:2014 (Öl-Nass-Schiefeebene) vor: gemessener Winkel 12,6°, eingestuft als R10 (Intertek, Bericht-Nr. 220624015SHF-002).
Was das konkret abdeckt: Der Nachweis gilt für den in diesem Bericht geprüften Prüfkörper dieser einen Konstruktion (4,0/0,3mm). Für andere Dicken oder Nutzschichten aus dem Ecoflors-Sortiment liegt aktuell kein separater Rutschfestigkeitsbericht vor.
Wichtig für die Ausschreibung: Ein R10-Nachweis ist keine allgemeine Werkstoffeigenschaft von “SPC” als Materialklasse — er ist an Oberflächenstruktur, Nutzschicht und den konkret geprüften Prüfkörper gebunden. Bei einer bevorstehenden Ausschreibung empfehlen wir, den Prüfbericht direkt anzufragen, statt sich auf eine allgemeine Produktbeschreibung zu verlassen. Bitte kontaktieren Sie uns, damit wir die verfügbare Dokumentation für die angefragte Konstruktion prüfen können.
Zwei Normen, eine Prüfgeschichte
DIN 51130 und EN 16165 — was ist der Zusammenhang?
DIN 51130 war ursprünglich die deutsche Norm für die Öl-Nass-Schiefeebenen-Prüfung. Diese Prüfmethode wurde inzwischen in die europäische Norm EN 16165 (Anhang B) überführt. DIN 51130 selbst wurde dadurch nicht ersatzlos zurückgezogen: Sie wurde im März 2023 in geänderter Form neu veröffentlicht und deckt seither nur noch die Messung des Verdrängungsraums ab, nicht mehr die Rutschhemmungsprüfung. Für eine Übergangszeit akzeptieren die Berufsgenossenschaften Prüfzeugnisse sowohl nach der älteren DIN 51130:2014 als auch nach der neuen EN 16165 — maßgeblich ist, welche Norm das jeweilige Leistungsverzeichnis konkret benennt.
In English: The oil-wet ramp slip-resistance test method has moved from the older German DIN 51130 standard to the European EN 16165 (Annex B). DIN 51130 was not simply withdrawn — it was republished in March 2023 covering only displacement-space measurement, a different, narrower scope. During a transition period, certificates under either the old or new standard are accepted, depending on which one the specific tender document names.
Im Leistungsverzeichnis
Rutschhemmung als Ausschreibungsparameter
In deutschen gewerblichen Ausschreibungen kann die Rutschhemmungsklasse als eines von mehreren Leistungsmerkmalen neben Brandverhalten (Bfl-s1) und Produktnorm (EN 16511) aufgeführt sein — welche Klasse für welchen Bereich gilt, legt die Fachplanung anhand der Gefährdungsbeurteilung fest. Wie ein Leistungsverzeichnis für SPC-Klick-Böden allgemein aufgebaut ist, behandelt unser EN 16511 & Leistungsverzeichnis-Leitfaden. Brandschutzanforderungen sind separat im Bfl-s1 Leitfaden erklärt.
FAQ — Rutschfestigkeit SPC-Boden
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet R10 bei einem SPC-Boden?
R10 ist eine Rutschhemmungsklasse nach der Öl-Nass-Schiefeebenen-Methode (heute in EN 16165 Anhang B geregelt), gemessen als Neigungswinkel über 10° bis einschließlich 19°. Sie ist keine feste Materialeigenschaft von SPC allgemein, sondern das Ergebnis einer Prüfung an einem konkreten Prüfkörper.
Erfüllt Ecoflors SPC die R10-Anforderung?
Für die Konstruktion 4,0mm SPC mit 0,3mm Nutzschicht liegt ein Prüfbericht vor, der R10 bei einem gemessenen Winkel von 12,6° bestätigt (Intertek 220624015SHF-002, nach DIN 51130:2014). Für andere Dicken oder Nutzschichten liegt aktuell kein Nachweis vor.
Ist DIN 51130 oder EN 16165 die richtige Norm für meine Ausschreibung?
Die Rutschhemmungsprüfung wurde von DIN 51130 in die neuere EN 16165 (Anhang B) überführt; DIN 51130 deckt seit 2023 nur noch den Verdrängungsraum ab. Für eine Übergangszeit werden Prüfzeugnisse nach beiden Normen akzeptiert — maßgeblich ist, welche Norm das jeweilige Leistungsverzeichnis konkret benennt.
Ist R10 für jeden gewerblichen Bereich vorgeschrieben?
Nein. Welche R-Klasse für eine bestimmte Fläche erforderlich ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung nach ASR A1.5 für den jeweiligen Arbeits- oder Verkehrsbereich, nicht aus einer pauschalen Regel. Nassbelastete Barfußbereiche werden zudem über ein eigenes A/B/C-System bewertet, nicht über R-Klassen.
Kann ich den Prüfbericht anfordern?
Ja. Für die geprüfte Konstruktion kann der Prüfbericht zur Dokumentation Ihrer Ausschreibung bereitgestellt werden. Für andere Konstruktionen kontaktieren Sie uns bitte, damit wir die verfügbare Dokumentation prüfen können.
Weiterführende Leitfäden — Deutschland
Direkt vom Werk · Prüfbericht auf Anfrage
Dokumentation zur Rutschfestigkeit für Ihre Ausschreibung anfragen
Teilen Sie uns die gewünschte Konstruktion (Dicke, Nutzschicht) und den Verwendungszweck mit. Wir prüfen, für welche Konfiguration ein R10-Nachweis bereits vorliegt oder welche Dokumentation verfügbar ist.
R10 (12,6°) nach DIN 51130:2014 · SPC 4,0/0,3mm · Prüfbericht auf Anfrage
FOB Shanghai (andere Häfen auf Anfrage) · Sitz Jiaxing, Produktion Changzhou, China
Hinweis: Allgemeine technische Information für gewerbliche Bodenbelags-Einkäufer, keine bauaufsichtliche Zulassung und keine Rechtsberatung. Welche Rutschhemmungsklasse für eine konkrete Fläche erforderlich ist, legt die Gefährdungsbeurteilung nach ASR A1.5 bzw. das Leistungsverzeichnis fest. Der R10-Nachweis bezieht sich ausschließlich auf den im Bericht 220624015SHF-002 geprüften Prüfkörper der SPC-Konstruktion 4,0mm/0,3mm und wird nicht auf andere Konstruktionen des Ecoflors-Sortiments übertragen. Stand September 2026.